Grundsatzprogramm:

Das ist kein Braten! Das ist meine Mama!

Bild: Scott Bauer

Grundsatzprogramm der Partei für die Tiere

 

Kurz und bündig für eilige Leser

 

Der Mensch gehört zu den besonders intelligenten Lebewesen – zumindest, was das abstrakte Denkvermögen anbelangt. Er ist aber letztlich auch ein Tier, nichts grundsätzlich anderes. Wir sind alle entstanden durch die Evolution und haben gemeinsame Vorfahren.

 

Tiere können – abhängig von ihrer Bewusstseinsstufe – wie wir Freud und Leid empfinden, Angst und Verzweiflung, aber auch Wohlbefinden und Liebe. Das Streben nach Glück ist nicht allein uns Menschen vorbehalten.

 

Daraus folgt zwingend, dass wir mit Tieren nicht wie bisher alles machen dürfen, nur weil wir es können oder das immer so gemacht haben. Genau so, wie menschliche Sklaven befreit und deren Menschenrechte anerkannt wurden, müssen auch die existentiellen Interessen nichtmenschlicher Tiere berücksichtigt werden. Diese wiegen schwerer als nicht-existentielle Interessen des Tieres „Mensch“.

 

Existentielle Interessen der Tiere werden besonders verletzt in der

 

  • Nutztierhaltung

  • in Tierversuchen, durch

  • Verlust von Lebensraum für Wildtiere über „Kultivierung“ fast aller Flächen

  • durch Jagd auf Wildtiere als Hobby

  • durch Leerfischen der Meere.

 

Dies alles hat Auswirkungen nicht nur für das gepeinigte Tier – es geht auch um die Ökologie als Basis unseres eigenen Lebens.

 

Ebenso betrifft es

 

  • Kranke und Verletzte bei uns durch Zunahme resistenter Keime mit dem Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung

  • verringerte Volksgesundheit und deren Kosten durch Fehlernährung

  • Menschen in Hungergebieten, deren Nahrung wir weg kaufen als Futter für unsere Nutztiere.

 

Somit ergeben sich Auswirkungen – nicht allein dadurch, aber auch – bis hin zur massenhaften Flucht aus Afrika, Versteppung und Ausbreitung der Wüsten, Artenschwund, globalen ökologischen Folgen und den künftigen Lebensmöglichkeiten für uns selbst auf diesem Planeten.

 

Das „Thema Tier“ geht völlig unter in den vielen anderen, auch nicht unwichtigen Fragen der heutigen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Wenn der Raubbau an der Natur in dem Ausmaß voranschreitet, erübrigt sich der Diskurs der anderen politischen Themen ohnehin von selbst, da die Ressourcen unseres Planeten zur Neige gehen werden. Vor diesem Hintergrund positionieren wir uns ganz klar als „Ein-Themen-Partei“, da dieses zentrale Thema überlebenswichtig ist für Mensch, Tier und die gesamte Natur.

 

Wir treten an, diesem Themenbereich die ihm zustehende Aufmerksamkeit zu widmen.

 

Etwas ausführlicher erläutert

 

Glücklicherweise sind die Menschenrechte in Deutschland gut umgesetzt – auch wenn immer Raum bleibt für Verbesserungen. Maßstab für „gut“ sei dabei die frühere Lage bei uns und die durchschnittliche Situation im Rest der Welt heute. Wir leben in einem sozialen, teils ökologischen Rechtsstaat, genießen Meinungsfreiheit, können in Wahlen von Volksvertretern indirekt und manchmal sogar in direkter Demokratie über unser Schicksal mitbestimmen – auch wenn Lobbyismus und die Macht von Medien der objektiven Meinungsbildung Grenzen setzen. Die Versklavung von Menschen ist gesetzlich abgeschafft.

 

Um so schmerzlicher ist, wie mit Tieren umgegangen wird – vor allem mit den sogenannten „Nutztieren“.

Unser Verhältnis zu Tieren ist höchst schizophren: Einerseits werden manche Haustiere überhöht mit Ansprüchen an das Tier, die es gar nicht erfüllen kann – andererseits werden „Nutztiere“ als bloße Sache angesehen, als hätten sie keine Gefühle, Ängste, Freuden, Schmerzempfinden, als dürfe man alles mit ihnen machen, was dem Menschen scheinbar nützt oder gefällt. Dies gipfelt darin, dass wir uns herausnehmen, weltweit jedes Jahr knapp 60 Milliarden Landtiere unter meist erbärmlichen Umständen zu züchten, zu halten und zu mästen, zu transportieren und zu schlachten, im Extremfall sogar unter unzureichender Betäubung oder ganz ohne! Hinzu kommt das Leid der „Meeresfrüchte“, sowie der Labortiere, und Wildtiere, die durch Jagd sterben, oder noch sehr viel mehr durch Vernichtung ihres Lebensraums. Letzteres geht bis zur Ausrottung ganzer Arten.

 

Die Zustände und die Denkweise hinter diesen Zuständen sind unannehmbar. Wir wollen das ändern.

 

Tiere sind keine Sache. Sie sind empfindende Lebewesen, im Grunde wie wir. Wer schon einmal Kontakt hatte mit unterschiedlichen Exemplaren der selben Gattung wird bemerkt haben, dass sich auch deren Persönlichkeiten stark unterscheiden. Das gilt nicht nur für geliebte Haustiere wie Hund oder Katze – auch jede Kuh ist anders, die eine frech und neugierig, die andere ängstlich und vorsichtig, die Dritte vielleicht sogar etwas hinterhältig, die Vierte anhänglich und verschmust. Man findet zumindest bei höher entwickelten Arten alle Charakterzüge und Wesensmerkmale – meist positiv, manchmal auch negativ – die wir auch bei uns selbst in der eigenen Gattung Mensch vorfinden.

 

Tatsächlich ist der Unterschied Mensch – Tier gar nicht so groß, wie manche von uns gerne glauben wollen. Wir sind eng verwandt, ein erheblicher Teil unseres Erbguts stimmt überein. Bei einem Embryo im frühen Entwicklungsstadium kann nur ein Experte erkennen, was einmal daraus wird. Wir Menschen sind auch Tiere! Nur eben die Art, die bezüglich des abstrakten Denkvermögens am weitesten entwickelt ist.

 

Wer sich besser fühlt in der Annahme, er sei als Mensch etwas Besonderes, vielleicht auch mit einem göttlichen Funken in sich, dem wollen wir seinen Glauben gern lassen. Daraus darf jedoch keine Rechtfertigung abgeleitet werden mit den Tieren all das zu tun, was heute noch mit ihnen getan wird!

 

Der Mensch als „Krone der Schöpfung“ musste ja schon einige Rückschläge für sein Selbstbewusstsein hinnehmen. Zuerst war die Erde als Scheibe der Mittelpunkt der Welt und für ihn erschaffen. Dann kreist sie nur mehr als relativ kleiner Planet um die viel größere Sonne. Dann ist nicht einmal mehr unsere Sonne etwas Besonderes, sondern nur ein durchschnittlicher Stern in einer riesigen Galaxie, die ihrerseits mindestens 100 Milliarden Nachbargalaxien hat. Vielleicht gibt es am Ende sogar nicht nur dieses Universum, sondern eine unvorstellbare Vielzahl von Universen. So gesehen sind wir abgerutscht in die völlige Bedeutungslosigkeit.

 

Und dann mussten wir – anfangs widerwillig – auf unserem kleinen unbedeutenden Planeten auch noch Menschen anderer Hautfarbe und Herkunft, noch dazu unabhängig vom Geschlecht, gleiche Rechte (und Pflichten) einräumen. Ein herber Rückschlag seit Beginn der Zivilisation und der Entstehung von Religionen und philosophischen Weltanschauungen, vor allem für die Angehörigen einer selbsternannten weißen Herrenrasse!

 

Wahre Größe zeigt sich in der Achtung der Rechte Anderer, ganz besonders, wenn diese schwächer sind. So, wie auch hilflose Kinder und Behinderte den Schutz der Starken einfordern dürfen, so sollten sich auch nicht-menschliche Tiere auf den Schutz des durch Technik überlegenen Menschen verlassen dürfen, der ihre Grundrechte anerkennt, angepasst an ihre Art, ihre Bedürfnisse, ihre mutmaßliche Bewusstseinsstufe.

 

Ein Schimpanse hat ein Gehirnvolumen von etwa einem halben Liter, ähnlich unserem Vorfahren Australopithecus vor ca. drei Millionen Jahren. Wir Menschen haben heute ca. 1,3-1,4 Liter „geistigen Hubraum“. Wir nehmen uns heraus, Schimpansen zu töten, ihren Lebensraum zu zerstören, sie für Versuche zu „verbrauchen“, oder ohne Gerichtsurteil lebenslänglich zu inhaftieren und zur Schau zu stellen.

 

Stellen wir uns nun einmal folgendes vor: Aus der Tiefe des Weltraums kommt eine Flotte von Raumschiffen mit wesentlich höher entwickelten Geschöpfen und landet bei uns. Ihr Gehirnvolumen sei wiederum Faktor drei größer als das unsrige, also gut vier Liter mit entsprechend viel höher entwickelter Bewusstseinsstufe. Diese Wesen können nur lachen – oder eher weinen – über unsere primitive Wissenschaft und unsere weit unterentwickelten technischen Möglichkeiten.

 

Da sie etwas Besseres sind als wir, vergewaltigen sie menschliche Frauen mit von ihnen selektiertem Erbgut, entreißen die Kinder den Müttern, schreddern überzählige männliche Kleinkinder, sperren uns zusammen mit Artgenossen, mit denen wir nicht auskommen, amputieren unnötige Körperteile ohne Betäubung, halten uns in engen und hygienisch unwürdigen Zellen ohne für uns sinnvolle Beschäftigung, trennen uns dann von den Artgenossen und transportieren uns ohne Wasser, Nahrung und Hygiene zu einem unbekannten Ort, aus dem wir bereits Schreie anderer Menschen in Qual und Panik hören und aus dem keiner von uns in ganzen Stücken heraus kommt (außer den Mitmenschen, die für das Grillen am Spieß vorgesehen sind, denn da sieht der außerirdische Feinschmecker gern den kompletten Körper und die knusprige Haut).

 

Wenn es gelänge, Kontakt herzustellen mit den neuen Herren der Erde und sich diese Hyper-Intelligenten herab lassen würden, mit einer Abordnung unserer klügsten Köpfe zu sprechen, so brächten sie das Argument, dass dies halt nun mal der Normalfall der Evolution sei, der Stärkere frisst den Schwächeren und quält in vorher nach Belieben. Und außerdem trage ihre Rasse den Funken eines noch viel höheren Wesens in sich, was bei uns ja offenkundig nicht der Fall sein kann. Und dann erinnern sie uns noch daran, was wir selbst mit den weniger entwickelten Tieren getrieben hatten, bevor endlich eine wirklich intelligente Rasse die Herrschaft übernahm auf diesem Planeten.

 

Arme Menschheit!

Möge uns nie das widerfahren, was wir anderen antun!

 

Tierrechte sind die konsequente Weiterentwicklung der Menschenrechte!

 

Tierrechte sind kein Geschenk des Menschen an die Tiere – genau so, wie Menschenrechte für schwarze Sklaven kein Geschenk der weißen Herren waren. Die Sklaven hatten immer schon Rechte – nur wurden ihnen diese vorenthalten.

 

Mag sein, dass ein Mensch, der in seiner Umgebung keine andere Überlebenschance sieht als Tiere zu jagen, auch das „Naturrecht“ hat, Tiere zu töten. Auch eine Notwehrsituation kann Töten rechtfertigen, denn das eigene Leben erhalten zu wollen ist legitim, auch für den Menschen. Dies entspricht aber nicht unserer typischen Lebensrealität hier in Deutschland. Wir haben Geld in der Tasche – wenn auch manchmal nicht so viel, wie nötig oder erwünscht, und haben freie Auswahl, welches Lebensmittel wir kaufen. Das kann ein Produkt sein von einem Tier – oder es kann ein pflanzliches Nahrungsmittel sein, mit wenig Leid für die Tierwelt, mit wenig negativen Auswirkungen für Hungernde in unterentwickelten Ländern, mit weniger schädlichen Auswirkungen auf die Ökologie, mit weniger Schäden und Kosten für die Volksgesundheit.

 

Der ethisch beste Weg wäre eine vegane Lebensweise. Das gilt nicht nur für die Ernährung – auch die Nutzung von Leder, Wolle, Daunen birgt Angst, Schmerz und Verzweiflung in sich für die geschundenen Nutztiere. Und das gilt auch für Tests von Chemikalien und Medikamenten an Tieren.

 

Hinzu kommt, dass Nahrungsmittelerzeugung über den Umweg Tier sehr ineffizient ist. Man muss ein Vielfaches an pflanzlicher Nahrung an ein Tier verfüttern, um anschließend eine viel kleinere Menge tierlicher Nahrung zu erhalten. Entsprechend viel landwirtschaftliche Fläche wird benötigt – tatsächlich dienen weltweit 70% davon der Tierzucht. Fast die Hälfte des Getreides, fast die Hälfte der gefangenen Meerestiere und 90% des auf diesem Planeten geernteten Soja werden an „Nutztiere“ verfüttert. Die EU muss wegen des hohen Anteils an tierlicher Nahrung bei uns Futtermittel importieren, und das auch aus Ländern mit Unterernährung, oder in denen die letzten Urwaldflächen abgebrannt werden zum Anbau von Futter oder für Weideflächen. Vegane Ernährung hilft also nicht nur den „Nutztieren“, sie hilft auch den Hungernden auf dieser Welt, und sie hilft der Ökologie und der Erhaltung des Lebensraums für Wildtiere.

Auch soll der Einfluss auf die Klimaerwärmung nicht vergessen werden. Vor allem Wiederkäuer, Rinder und Schafe, rülpsen erhebliche Mengen an Methan aus, welches unverbrannt als Treibhaus-Gas deutlich wirksamer ist denn das viel gescholtene Kohlendioxid.

 

Den Tieren ihre Rechte einzuräumen hat logischerweise Konsequenzen auf Eigentumsverhältnisse und Verfügungsgewalt. Wenn also von „meinem“ Hund oder „meiner“ Kuh gesprochen wird, so kann dies nicht die gleiche Bedeutung haben als wenn von „meinem“ Auto oder „meinem“ Haus die Rede ist. Zu verstehen ist dies dann wie bei „meinem“ Kind oder „meinem“ Lebenspartner – eine Verpflichtung zur Fürsorge, nicht jedoch gemeint als veräußerbares Eigentum.

 

Schrittweise Umsetzung

 

Wir sind keine Phantasten. Die Sklaverei wurde leider auch nicht in kurzer Zeit abgeschafft. Erst Friedrich der Große hat in Preußen die „Tortur“ bei Verhören verboten. Über viele Jahrtausende war es legitim oder sogar von der Herrschaft verordnet, Menschen unglaubliche Qualen an Körper und Seele zuzufügen. Wenn man könnte, müsste man solche Zustände immer sofort abschaffen.

 

Ein häufiger Vorwurf von „Tierrechtlern“ an „Tierschützer“ ist, dass über kleine Schritte der Humanisierung letztlich das System der Tierausbeutung stabilisiert wird und länger bestehen bleibt, weil es dann als weniger grausam und in den Augen der Bevölkerungsmehrheit als noch tragbar angesehen werden kann. Wir respektieren dieses Argument – glauben aber, dass es möglich sein muss, Verbesserungen durchzusetzen, ohne das langfristige Ziel aus den Augen zu verlieren oder gar zu verraten.

 

Die Kritik von „echten“ Tierrechtlern an der unmenschlichen Behandlung der Tiere fällt manchmal sehr drastisch aus. Das ist verständlich und angesichts der Grausamkeiten eigentlich auch ehrlich. Man kann allerdings nur selten einen Menschen von einer Idee überzeugen, indem man ihn grob vor den Kopf stößt oder wüst beschimpft. Umdenken braucht seine Zeit. Der Mensch, der sich angegriffen fühlt, schaltet um in einen uralten „Verteidigungs-Modus“, er lässt dann auch überzeugende Argumente nicht mehr an sich heran. Diesen Schutz-Mechanismus gilt es zu umgehen. Wir wollen Herz und Großhirn ansprechen, nicht am Kleinhirn abprallen.

 

 

Einstieg in die Politik über Parlamente

 

Schön wäre es, wenn eine oder mehrere Parteien, die sich für Tierrechte einsetzen, in nächster Zeit eine Mehrheit im Deutschen Bundestag erreichen könnten. Als ersten Schritt müsste man Mandate im Bundestag und möglichst vielen regionalen Parlamenten erringen und sich als kleiner Koalitionspartner anbieten. Wir könnten dann versuchen, einen möglichst hohen Preis heraus zu handeln für unsere Stimmen bei allen anderen Entscheidungen, die im Verlauf der Legislaturperiode anfallen.

 

Vielleicht könnte man erreichen, dass

  • öffentliche Kantinen, vom Kindergarten bis zur Uni und in Behörden und Staatsbetrieben einschließlich Bundestag vegane Nahrung anbieten

  • Subventionen für tierliche Nahrungsmittel und Produkte gestrichen werden, im Gegenteil solche Produkte durch Steuern verteuert werden

  • in der Nutztierhaltung verbesserte Standards kommen (keine Trennung Mutter – Kind, Auslaufmöglichkeit gerade für Fluchttiere wie Rinder, Freilandhaltung, keine Kastration oder Amputation von Schwänzchen oder Hörnern oder Schnäbeln, zumindest nicht ohne Betäubung, keine künstliche Befruchtung …)

  • eine vollständige Deklaration von Inhaltsstoffen verpflichtend ist, bes. tierlichen Ursprungs

  • unrealistisch idyllische Bilder wie frei weidende Kühe auf einer Alm verboten werden – statt dessen ähnlich zu Zigaretten-Verpackungen in manchen Ländern schlimme Bilder gezeigt werden müssen, etwa Schlachthausszenen

  • Werbung für tierliche Produkte oder an Tieren getestete Produkte verboten wird

  • Hobbyjagd verboten wird

  • Tierversuche nicht mehr direkt oder indirekt gesetzlich gefordert oder gefördert werden

  • LD-50-Tests sofort eingestellt werden

  • Tierversuche nicht mehr in der Ausbildung oder zur Erlangung akademischer Titel zulässig sind

  • Delfinarien geschlossen werden, ebenso Tierparks mit beengten Verhältnissen

  • Zirkus ohne Tiere, mehr Clowns und Jongleure

  • die Zucht und der Handel mit Hundewelpen eingeschränkt wird, solange die Tierheime voll sind mit nicht vermittelten Vierbeinern

  • Transporte lebender Tiere zeitlich stark begrenzt werden, der räumlich nächst gelegene Mast- oder Schlachtbetrieb vorgeschrieben wird

  • Hygiene-Standards so verändert werden, dass die Tötung von Schlachttieren ohne jeden Transport möglich ist auf der Weide oder dem Hof in mobilen Schlachtboxen

  • Pferde- und Hunderennen sowie Wetten darauf verboten werden

  • Pelz verboten wird

  • Verwendung von Leder eingeschränkt wird

  • konsequente Durchsetzung von ausgesprochenen Tierhaltungsverboten durch Amtstierärzte

  • länderübergreifende Registrierung von Personen, denen ein Tierhalteverbot auferlegt wurde

  • kommunale Finanzierung aller Tierheime

  • Kontrolle von Mast und Schlachtbetrieben durch unabhängige Sachverständige

  • Konsequente Umsetzung der Tierschutzrichtlinien durch Amtstierärzte

  • Verbot des Schächtens auch aus religiösen Gründen

 

Für sich genommen wären dies alles nur kleine Schritte. Aber wenn wir es durch solche Maßnahmen in absehbarer Zeit schaffen könnten, die Hälfte der Bevölkerung dazu zu bringen, ihren Konsum tierlicher Produkte zu halbieren, so würde sich das Leid der Nutztiere immerhin um 25% verringern. Wenn wir es schaffen, die Quote an Veganern von derzeit höchstens 1% zu verdoppeln auf 2%, so verringert sich das Leid der „Nutztiere“ nur um etwa 1%. Das Ziel muss weiterhin eine vegane Welt sein. Aber es wäre unverantwortlich den geschundenen Tieren gegenüber, mit einer fernen Utopie im Kopf die kleinen, jetzt möglichen Verbesserungen nicht anzugehen!

 

Wo wir Leid nicht sofort abschaffen können, müssen wir zumindest alles daran setzen, es wenigstens zu verringern – ohne dabei das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren oder es gar aufzugeben!

 

 

Andere politische Fragen

 

Wie stehen wir nun zu allen andern politischen und gesellschaftlichen Fragen? Sind wir etwa nur eine „Ein-Themen-Partei“?

 

Kurze Antwort: Ja! Zunächst. So lange wir eine kleine Partei sind.

Wir beschränken uns bewusst auf das Thema Tier, vor allem das sog. Nutztier, das Labortier, in Zusammenhang mit Jagd und Lebensraum auch das Wildtier.

 

Natürlich besteht auch Handlungsbedarf bei Wirtschafts- und Sozialpolitik, es stellen sich Fragen zu Bündnissen und Auslandseinsätzen der Bundeswehr, zum Euro, zum Steuersystem und zur Steuerflucht... Antworten auf einige dieser Fragen ergeben sich indirekt aus unserer Haltung zu Tieren und dem Grundsatz der Mitmenschlichkeit allen Schwachen gegenüber. Aber so lange wir bestenfalls eine kleine Minderheit wären in den Parlamenten wollen wir uns auf unser Kernthema konzentrieren und dadurch offen bleiben für Koalitionen sowohl mit konservativen als auch sozial oder ökologisch ausgerichteten Bündnissen. Wir würden in allen anderen Punkten mit der jeweiligen Regierungskoalition stimmen und dieser eine Mehrheit verschaffen, um im Gegenzug möglichst viel für die Tiere heraus zu holen – dadurch aber viel mehr, als unser vermutlich nur knappes Wahlergebnis mit wenigen Mandaten erreichbar erscheinen ließe.

 

Einige Details zu unserer Weltsicht beim Thema Tier:

 

Ernährung und Landwirtschaft

 

Wie in der Einleitung ausgeführt sehen wir keine Alternative zu einer vielfältigen, ausgewogenen veganen Ernährung. Der bloße Verzicht auf Fleisch in einer vegetarischen Lebensweise mag ein Anfang sein, ist aber nicht konsequent und nicht ausreichend. Denn auch die Nutzung tierlicher Produkte wie Milch oder Eier führt zu großem Leid bei Tieren, selbst wenn das Tier nicht unmittelbar dafür getötet wird.

 

Eine Milchkuh gibt nur dann Milch, wenn sie vorher ein Kalb geboren hat. Dieses wird ihr in der Regel (mit Ausnahme Mutterkuhhaltung) weg genommen. Sie weiß, dass dieses Kalb ihr Kind ist, und würde ihr Leben dafür einsetzen, wie auch eine Menschenmutter ihr Kind liebt und schützt. Man nimmt ihr das Kind weg und stürzt damit Mutter und Kind in tiefste Verzweiflung. Die Kühe rufen tagelang nach ihren Kälbern, die Kälber rufen nach ihren Müttern.

 

Verglichen mit dem Leben einer Milchkuh ist das Leben eines Mastrindes in einer Herde bei offener Weidehaltung mit intaktem Familienverband vergleichsweise „human“, auch wenn sehr früh der Tod kommt. Nutztiere dürfen kaum erwachsen werden. Am wenigsten grausam – verglichen mit der heutigen Situation – wäre noch die Tötung auf der Weide, abgeschirmt von der Herde, denn so kann der Transport, die Angst und Panik auf dem Weg ins Schlachthaus, das Hören der Schreie der Artgenossen vermieden werden. Ein Rind ist ein Fluchttier, das sich nur in offener Landschaft und im Schutz der Herde wohl und sicher fühlt. Die Abtrennung von der Herde und der Familie, das Einsperren im engen Raum und besonders im Transporter, das Zusammenpferchen mit unbekannten Artgenossen ohne Rangordnung, das alles ist Stress bis hin zur Panik. So gesehen kann ein Stück Käse noch grausamer sein, als ein Stück Fleisch von einem zuvor freilebenden Tier. Wir brauchen beides nicht!

Davon abgesehen – jemanden gut zu behandeln gibt nicht das Recht, diesen anschließend zu töten.

Wobei es noch schäbiger ist, jemanden vor seiner Ermordung auch noch schlecht zu behandeln.

 

Ein Kalb braucht 6-8 Liter Milch pro Tag, mit abnehmender Tendenz durch Aufnahme anderen Futters. Über ständige Züchtung auf Milchleistung geben heutige Milchkühe bis zu 50 Liter Milch pro Tag – somit die vielfache Menge. Eine Kuh, die nur das isst, was sie auf der Weide findet, kann unmöglich die Nährstoffe auf natürliche Weise aufnehmen, die für diese überhöhte Milchmenge erforderlich ist. Also muss stark eiweißhaltiges Kraftfutter gegeben werden, wofür aber das Verdauungssystem der Kuh gar nicht ausgelegt ist. Häufig sind medizinische Probleme die Folge, und man muss befürchten, dass diese „Turbo-Kühe“ dauerhaft unter Bauchschmerzen leiden.

 

Im Schlachthaus erfolgt die Betäubung der Rinder durch Bolzenschuss – eine unsichere Methode, vielen Tieren werden bei Bewusstsein bereits Vorderbeine und Ohren abgeschnitten, bevor das Ausbluten den erlösenden Tod bringt.

 

Aus religiösen Gründen ist auch in Deutschland das Schächten zulässig, weil dadurch das Tier besser ausbluten soll, denn der Verzehr von Blut ist bei manchen Religionen unzulässig. Es bleibt anzumerken, dass das Blut in den Kapillargefäßen immer im Fleisch verbleibt, auch wenn die Menge so gering ist, dass es mit bloßem Auge nicht erkannt wird – wer solch einer Religion angehört und sie ernst nimmt, darf auch geschächtetes Fleisch nicht verzehren, es enthält immer noch etwas Blut!

 

Schweine sind die wohl intelligentesten Nutztiere, die wir halten. Sie sind verspielt, neugierig, sozial, eigentlich sehr reinlich, und haben einen hoch entwickelten Geruchssinn. Daher können Hunde und Schweine zur Trüffelsuche abgerichtet werden, ihr Riechorgan sei bis zu einer Million mal empfindlicher als das Unsrige. Wer schon einmal in einer Schweinemastanlage war wird sich an den entsetzlichen Gestank erinnern (der nicht so viel geringer wäre, würde man uns Menschen unter solchen Bedingungen halten). Die Ammoniak-Gase sind so ätzend, dass bei einem längeren Aufenthalt eine Atemmaske getragen werden sollte. Fällt die Lüftung aus, erstickt der Tierbestand elend an diesen Gasen. Wenn es schon für unsere unempfindliche Nase so entsetzlich ist, den Geruch zu ertragen – wie muss es dann für die armen Schweine sein, deren Geruchssinn so hoch entwickelt ist?

Aber auch alle anderen Bedürfnisse dieser liebenswerten Tiere werden missachtet unter den vorherrschenden Bedingungen der Massentierhaltung. Auf Spaltenböden können sie nicht in der Erde wühlen, sich nicht im (kotfreien) Schlamm suhlen zur Pflege der empfindlichen Haut und zur Kühlung. Sie können Artgenossen nicht ausweichen, mit denen sie sich nicht so gut verstehen.

 

Die Mutter-Sauen werden nach einer künstlichen Befruchtung in engen Kastenständen gehalten, ohne jegliche Bewegungsfreiheit. Durch gnadenlose Züchtung auf Menge werden mehr Ferkelchen geboren, als die Mutter Zitzen hat, wodurch die schwächeren Ferkelchen – vorzeitig – zum Tode verurteilt sind und meist erschlagen werden. Zynisch betrachtet haben diese kleinen Schweine „Glück“, denn ihnen bleibt das weitere Martyrium ihrer stärkeren Brüder und Schwestern erspart.

 

Männliche Ferkel werden fast immer ohne Betäubung kastriert – eine unvorstellbare Qual. Allen Ferkeln werden die Schwänzchen amputiert und verödet, ebenso die Eckzähne abgeschliffen, alles ohne Betäubung. Auch die Enthornung bei jungen Rindern erfolgt in der Regel ohne Betäubung.

 

Im Schlachthaus werden Schweine meist per Kohlendioxid betäubt (in kleineren Metzgereien per Elektro-Zange). Die Atmosphäre aus Kohlendioxid enthält nicht nur keinen Sauerstoff, was letztlich zur Betäubung führt, sie verhindert leider auch, dass das Schwein das eigene CO2 im Blut ab-atmen kann, wodurch das Gefühl des Erstickens entsteht. Das ist auch bei menschlichen Tieren nicht anders, und auch nicht bei männlichen Küken, die manchmal mit CO2 vergast werden, wenn man sie nicht bei vollem Bewusstsein zerhäckselt.

Das furchtbare Gefühl des Erstickens und die dadurch ausgelöste Panik wären zu verhindern, wenn die Tiere in eine andere Sauerstoff-freie Atmosphäre verbracht würden. Reiner Stickstoff wäre geeignet, hat aber den Nachteil, nicht schwerer zu sein als Luft (die ohnehin 78% N enthält) und daher nicht lange als Gas-See in der Grube zu verbleiben, in die die Schweine per Aufzug hinab gelassen werden. Argon (etwa zu 1% in unserer Atmosphäre) könnte besser geeignet sein, es ist schwerer als Luft und bildet einen Gas-See, und entweichendes Argon wäre verdünnt nicht gefährlich für das Personal. Auch Gase, die leichter sind als Luft wären geeignet, z.B. Helium. Nur müsste die Gasblase dann oben angeordnet sein, die Tiere also per Aufzug hoch gefahren werden in die Gasblase, was erhebliche Umbauten notwendig machte. Zudem ist Helium teurer.

 

Theoretisch könnten Schweine gut zwei Jahrzehnte alt werden. Bei von Tierschützern geretteten Tieren aus Hochleistungsrassen, denen der Tod im Schlachthaus erspart werden sollte und die älter werden durften wurde festgestellt, dass der Knochenbau der Tiere nicht stark genug ist, das noch etwas weiter zunehmende Körpergewicht zu tragen. Die Tiere müssen also noch im jugendlichen Alter getötet werden – die Züchtung ist so weit pervertiert, dass sie nicht gesund erwachsen werden können!

 

Geflügel

 

Die Zeiten, als Witwe Bolte (aus Max und Moritz von Wilhelm Busch) noch selbst einige Hühner hielt, die sich frei auf dem Grundstück bewegen und in der Erde scharren durften sind lange vorbei. Heute werden Hühner und anderes Geflügel gehalten in Stallungen vom Format von Flugzeug-Hangars. Sind die Tiere nach nur 6 Wochen auf ihr Schlachtgewicht angewachsen, ist der Boden nicht mehr zu erkennen, so dicht ist der Besatz. Die unnatürlich dichte Haltung bewirkt als Nebeneffekt, dass sich Krankheiten rasch auf den gesamten Bestand ausbreiten, was den vorsorglichen Einsatz von Antibiotika erforderlich macht. Tatsächlich wird in Deutschland in der Tierzucht mindestens fünf mal so viel Antibiotika verbraucht als in der Humanmedizin. Die Abluft solcher Ställe enthält Feinstaub, an dem multiresistente Keime anhaften. Die einstige Wunderwaffe Antibiotika wird immer stumpfer bei der Bekämpfung von Infektionen beim Menschen.

Wie es den Tieren dabei geht, lässt sich nur erahnen. Bei manchen Züchtungen auf Fleischzunahme erhöht sich das Körpergewicht bei Puten so weit, dass die Knochen die Last des Körpers nicht mehr tragen können und brechen. Details der maschinellen Schlachtung und was auch noch alles schief gehen kann dabei ersparen wir dem Leser.

 

Bei Legehühnern wurden Sorten auf die extreme Legeleistung von bis zu 300 Eiern pro Jahr gezüchtet. Anzumerken wäre, dass das Ur-Huhn vor jeder Züchtung durch den Menschen nur wenige Eier pro Jahr legte, so wie andere Vögel auch, denn es macht aus Sicht der Evolution keinen Sinn, mehr zu legen als erbrütet und nach dem Schlüpfen auch behütet und erzogen werden kann. Die männlichen Tiere, also die Hälfte der in Brutschränken geschlüpften Küken, sind für die Mast nicht wirtschaftlich, dafür gibt es andere Züchtungen mit schnellerer Gewichtszunahme. Sie werden von speziell geschulten Mitarbeitern aussortiert und anschließend getötet. Der Tod kommt durch Vergasung mit CO2, oder schon vorher im Sammelbehälter für die Küken, die unten sind und durch das Gewicht ihrer Artgenossen darüber erdrückt werden, oder ein Förderband bewegt sie in eine Häckselmaschine.

 

 

Die Bauern

 

Es wäre nicht fair, die Schuld an den unhaltbaren Zuständen allein den Bauern zuzuweisen. Über Jahrzehnte wurde ihnen durch Berater gepredigt „wachse oder weiche“. Viele Höfe sind hoch verschuldet durch die gewaltigen Investitionen. Allein kann der Landwirt nicht mehr ausbrechen aus diesem System. Er ist nach den Tieren der zweite Verlierer in unserer zur Industrie gewordenen Agrarwirtschaft.

 

In der Priorität von Berufen ist die Erzeugung pflanzlicher Grundnahrungsmittel die wichtigste Tätigkeit – noch vor der Gewährleistung von Sicherheit und Gerechtigkeit nach innen und außen, der Weitergabe und Erweiterung von Wissen, der Heilung oder zumindest Linderung von Leiden.

Wir respektieren Landwirte, natürlich auch Gärtner. Wir leben von ihnen!

 

 

Fisch und andere „Meeresfrüchte“

 

Häufig empfehlen Ernährungskundler immer noch 1-2 Fischmahlzeiten pro Woche. Dabei können alle wichtigen Nährstoffe, auch Omega-3-Fettsäuren, mindestens ebenso gut aus rein pflanzlichen Quellen gedeckt werden, noch dazu mit wesentlich weniger Quecksilber und anderen Schadstoffen.

 

Lange Zeit wurde (gern) geglaubt Fische hätten kein Schmerzempfinden. Das ist wissenschaftlich widerlegt! Gerade im Bereich des Mundes sitzen besonders viele Rezeptoren, wo dann der Angelhaken ein sticht.

 

Die Hochseefischerei hat es geschafft, die Bestände bestimmter Fischarten bis an die Grenze der Ausrottung abzufischen. In den kanadischen Gewässern vor Labrador ist die Kabeljau-Population zusammengebrochen. Fischerei ist nicht nur grausam gegen den Fisch als Individuum, der an Deck des Fangschiffs elend erstickt, es geht bereits in Richtung Ausrottung ganzer Arten. Dabei sind nicht nur die klassischen Speisefische gefährdet, sondern auch die Arten, die als Beifang ungewollt mit im Netz landen und dann meist tot oder zumindest schwer verletzt wieder über Bord geworfen werden. In norwegischen Gewässern ist es inzwischen verboten, Beifang über Bord zu entsorgen, er muss angelandet und verwertet werden. Meist verlassen die Boote dann diese Gewässer, um den Beifang außerhalb über Bord zu werfen, da die Fischer sich diesen weniger wertvollen Fisch nicht auf ihre Fangquote mit anrechnen lassen wollen.

Das gnadenlose Abfischen gefährdet auch Robben, Delfine und Walarten, als Beifang oder durch Entzug ihrer Beute. Verlorene Netze aus langlebigen Kunstfasern existieren Jahrzehnte weiter als „Geisternetze“, in denen sich Fische, aber auch Delfine, Kleinwale und Schildkröten verfangen und elend zu Tode kommen, bis das Netz dann absinkt, durch die Gärung in den Tierleichen aber wieder aufsteigt und so erneut „Beute macht“ in einem besonders perversen Kreislauf des Todes.

 

Die Lücken, die die schrumpfenden Fischbestände im Ökosystem hinterlassen, werden zunehmend durch Quallen besetzt.

 

Fischfarmen sind keine Lösung! Die meisten See-Speisefische sind selbst Jäger und werden entsprechend gefüttert mit Fischen, die ebenfalls dem Ökosystem Meer entnommen werden. Es gibt Ansätze, beispielsweise in norwegischen Lachsfarmen, die Futterpellets mit einem Anteil Soja-Eiweiß herzustellen und so Futter-Fische einzusparen. Andererseits müssen dafür wiederum mehrere Mahlzeiten an wertvollem Soja verfüttert werden, um eine Mahlzeit Lachs heraus zu bekommen. Würde der Mensch das Soja direkt essen, könnten mehr Personen davon satt werden.

Da die Fische in den Aquakulturen extrem dicht aufeinander leben, breiten sich Krankheiten sehr schnell aus. Auch hier werden erhebliche Mengen an Antibiotika eingesetzt mit der Folge der weiteren Entstehung und Verbreitung multiresistenter Keime.

Die unnatürlich dicht gedrängten Fische der Fischfarmen verursachen zudem die Verkotung ganzer Buchten.

 

Auch Schalentiere wie Krabben und Hummer haben Schmerzempfinden, wie zwischenzeitlich bekannt ist. Die Tötung der Tiere in kochendem Wasser kann mehrere Sekunden dauern, bei großen Tieren wie einem Hummer sehr viele Sekunden. Diese gesetzlich vorgeschriebene und derzeit einzig zugelassene Tötungsart muss als sehr grausam eingestuft und umgehend verboten werden! Die Aufbewahrung und der Transport der noch lebenden Tiere mit zusammengebundenen Scheren ist mutmaßlich grausam, auch wenn noch wenig bekannt ist über die Bewusstseinsstufe dieser Tiere.

 

Aber selbst wenn es möglich wäre, Meerestiere zu fangen, zu transportieren und zu töten ohne ihnen Leid zuzufügen: Woher nehmen wir das Recht zu töten, ohne Not, ohne selbst gefährdet zu sein? Kann ein besonderes Geschmackserlebnis oder eine Gewohnheit das rechtfertigen?

 

Schädlingsbekämpfung

 

Leider kann auch ein vegan lebender Mensch Tierleid nicht ganz vermeiden. Wenn wir Pflanzen und Pilze essen wollen, müssen wir diese vor Konkurrenten aus dem Tierreich schützen. Nehmen wir als Beispiel Kartoffelkäfer, die einem Kartoffelacker schwer zusetzen können. Wir geraten in einen Konflikt zwischen eigenem Überleben, zumindest erheblichen wirtschaftlichen Schäden, und der Anerkennung eines Lebensrechts selbst für jeden Käfer.

 

Dabei ist die biologische Schädlingsbekämpfung zwar aus ökologischen Gründen vorzuziehen, aber nicht unbedingt humaner als die „chemische Keule“. Denn wenn wir Schlupfwespen aussetzen, die dem Käfer ein Ei in den Körper stechen, woraus sich eine Made entwickelt, die den armen Käfer von innen her auffrisst, so ist das zwar natürlich und biologisch, aber deswegen nicht ohne Leid. Die Natur ist grausam – was man sich bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung durch Fressfeinde zu Nutze macht. Auch das Abflammen von Erde mit Gas-Brennern, im biologischen Anbau erlaubt, ist keinesfalls eine schmerzfreie Tötungsmethode aus Sicht des Schädlings.

 

Andererseits gibt es keinen anderen gangbaren Weg als Schädlinge und Nahrungskonkurrenten zu bekämpfen, um die eigene Ernte und damit das eigene Überleben nicht zu gefährden. Ein Konflikt, mit dem wir leben müssen.

 

Würden wir die Kartoffeln an Schweine verfüttern, um dann Schweinebraten zu essen, so müssten wir noch mehr Kartoffeln anbauen und noch mehr Kartoffelkäfer töten, denn der Umweg über das Tier ist ineffizient. Wir bräuchten viel mehr Kartoffeln als Schweinefutter um durch das Fleisch satt zu werden, als wenn wir die Kartoffeln direkt verspeisen.

 

 

Wildtiere und Jagd

 

So, wie Kartoffelkäfer der Ernte zusetzen, können das auch Wildschweine tun mit ähnlichem Ergebnis – kaum noch Kartoffeln für den Menschen.

 

Die Wiederansiedlung von Beutegreifern wie Wölfen und der Verzicht auf Fütterung im Winter kann die Bestände an Rehen und Schwarzwild auch ohne Bejagung durch den Menschen unter Kontrolle halten. Verkehr und Landmaschinen (Mähwerke) tragen ebenfalls bei zur Reduzierung der Bestände und damit zum Schutz der angebauten Nutzpflanzen – wenn auch auf eine Art, die uns nicht gefallen kann oder sogar gefährlich ist für uns selbst, siehe Wildunfälle. Ob aber Verhungern im Winter oder zu Tode gehetzt zu werden durch ein Rudel Wölfe aus Sicht eines Rehs oder einer Wildsau wünschenswerter ist als ein gut gezielter Schuss durch einen Jäger sei dahin gestellt.

 

Ziel sollte sein, möglichst kein Tier zu töten.

 

Jagd als Schutz der Ernte oder des Waldes ist ein schwerer Konflikt für jeden, der Tiere liebt oder zumindest achtet.

 

Neben dem Bundesjagdgesetz hat jedes Bundesland ein eigenes Jagdrecht mit im Detail abweichenden Bestimmungen.

Zunächst das Wichtigste aus unserer Sicht:

 

Töten kann kein Hobby sein!

 

Im Extremfall – bei einer Geiselnahme etwa – kann sogar die Tötung eines Menschen erforderlich erscheinen, wenn kein anderer Ausweg sichtbar ist. Auch die Tötung eines Tieres, besonders eines hoch entwickelten und eng mit uns verwandten Wirbeltieres kann in unseren Augen nicht durch Freiwillige erfolgen, die sich an der Ausübung der – vielleicht erforderlichen – Gewalttat persönlich erfreuen. Wer gerne tötet, stellt eine Gefahr für die Öffentlichkeit dar! Ein Scharfschütze der Polizei, der sich begierig zeigen würde zu töten, würde aus dieser Gruppe heraus genommen und in psychologische Behandlung überstellt werden.

 

Es gibt mit Sicherheit sehr viele Jäger, die sich erfreuen an der Natur draußen, die vorwiegend Tiere beobachten, und für die die Tötung eines Tieres eine unangenehme, aber in ihren Augen unvermeidliche Gewalttat darstellt. Wir wollen nicht alle über einen Kamm scheren.

Es gibt – vor allem in armen Ländern – Jäger, die Tiere töten oder wildern, um sich und ihre Familien zu ernähren, da kaum andere Möglichkeiten des Anbaus von Nahrung oder des Gelderwerbs bestehen. Das ist nicht gut – aber aus der Warte eines satten Mitteleuropäers auch nur unter Vorbehalt zu kritisieren. Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

 

Die meisten Wildtiere auf unserem Planeten, deren Tod vom Menschen verursacht ist, werden nicht umgebracht durch ein Geschoss, eine Schlagfalle oder eine Drahtschlinge, sondern durch den Verlust ihres Lebensraums. Natur braucht vor allem Platz. Vegane Ernährung ist effizienter als der Umweg über das Tier, wodurch der Druck zur Rodung und Kultivierung von Naturflächen sinkt. Wobei auch Palmölplantagen für pflanzliche Nahrungsfette und Bio-Diesel den Lebensraum vieler Arten verringern, beispielsweise den von Orang Utans und auch den von indigenen menschlichen Völkern. Unsere eigene Spezies darf sich nicht unkontrolliert immer weiter vermehren (wobei Bejagung zur Bestandskontrolle nach unserem Kenntnisstand noch nicht vorgeschlagen wurde). Vegane Ernährung schiebt die Grenze hinaus, wie viele Menschen der Planet ernähren kann, hebt eine Grenze aber nicht grundsätzlich auf!

 

Dies alles sind eher globale Aspekte, auch vom Deutschen Bundestag nur bedingt zu beeinflussen, selbst wenn wir dort eine Mehrheit hätten. Auf Deutschland bezogen ist zu fordern:

 

Das Jagdrecht ist gründlich zu überarbeiten und bundesweit einheitlich zu gestalten.

Absolut tabu sein muss:

  • Der Abschuss von Haustieren,
    unabhängig von deren Entfernung zu bewohntem Gebiet. Es ist nicht gut, wenn etwa Hunde wildern. Aber wer hätte mehr „natürliches Recht“, einem Reh oder einem Hasen nachzustellen – der Hund, der immerhin vom Wolf abstammt, oder der Mensch, ein überwiegender Früchtefresser wie die meisten anderen Primaten auch, zu deren Gruppe wir gehören?

  • Die Jagd mit Schlagfallen – auch den heute noch erlaubten Abzugeisen wie den „Schwanenhals“ / „Berliner Eisen“. Auch der Besitz solcher Fallen ist zu untersagen.
    Es ist ja nicht „nur“ so, dass diese Fallen sehr grausam sein können dem so gefangenen Wildtier gegenüber, denn oft tötet die Falle nicht, sondern klemmt z.B. nur eine Pfote des Tieres ein. Es wurde beobachtet, dass so gefangene Tiere sich selbst das Bein abbissen, um doch noch zu entkommen, wenn auch schwer verletzt und künftig behindert, sofern nicht eine Infektion langsames Sterben bewirkt.
    Die Fallen stellen auch eine Gefahr für Haustiere und Menschen dar – vor allem für Kinder, wenn sie in natürlicher Umgebung am Waldrand spielen statt an der Playstation.

  • Die Jagd auf Beutegreifer.
    Beutegreifer stellen für die heutigen Jagdpächter Konkurrenten dar, deshalb werden sie dezimiert. Auch die Tollwut wurde als Ausrede benutzt zur Tötung möglichst vieler Füchse, obwohl die Impfung über Fraßköder viel größere Erfolge brachte. Bei der Fuchsjagd werden zudem Hunde scharf gemacht, meist an lebenden Füchsen, die dabei Todesangst durchleben, und diese Hunde werden dann in den Fuchsbau gehetzt, um sich in dem „Tier-Kollegen“ zu verbeißen, damit die Jäger sie zusammen mit dem Fuchs heraus ziehen können. Das ist grausam für beide Tiere – den Fuchs und auch den Hund, der selten ohne Verletzungen bleibt, denn der Fuchs kämpft um sein Leben.

  • Die Jagd auf Vögel und auf Kleintiere wie Hasen (alle, die mit Schrot erschossen werden).
    Denn hier existieren bereits jetzt ausreichend große Beutegreifer, die die Population im natürlichen Gleichgewicht halten – zumindest, wenn man das ökologische System einige Jahre in Ruhe lässt, damit sich dieses Gleichgewicht einpendeln kann.
    Wie bereits ausgeführt ist die natürliche Bestandskontrolle nicht humaner als eine vom Menschen erzwungene durch Abschuss. Die Natur ist grausam, das lässt sich auch nicht ändern, denn sie funktioniert nur so. Andererseits soll nicht natürliche Grausamkeit durch menschliche ersetzt werden oder als Rechtfertigung für menschliche Grausamkeit missbraucht werden.

  • Hetz- und Drückjagd.
    Die Tiere werden aufgescheucht und fliehen in Panik. Das ist großer Stress und führt regelmäßig zu Verkehrsunfällen. Wenn das Leben in Gefahr ist, schaut auch das Reh nicht vorschriftsmäßig links-rechts-links vor dem Überqueren einer Straße.
    Die Schützen haben bewegte Ziele vor sich, das Tier (oder der Treiber) wird irgendwo getroffen, in der Regel nicht auf Anhieb tödlich – somit kaum „waidgerecht“, wie laut eigenem Anspruch der Jäger bei der Ansitzjagd.

  • Das Scharf-machen von Hunden – zur Jagd, aber auch aus anderen Gründen.
    Hunde dürfen nur ausgebildet werden zur Nachsuche, um die Fährte eines erheblich verletzten Tieres aufzunehmen (beispielsweise nach einem Verkehrsunfall) und dieses zu finden, so dass dann entschieden werden kann, ob Behandlung sinnvoll ist, oder die schnelle Erlösung von seinen Leiden.

  • Tötung muss staatlich legitimiert sein – sie kann nicht als Hobby betrieben werden!
    Wir würden ja auch bei einer Geiselnahme in der Sparkasse einer Kleinstadt nicht beim örtlichen Schützenverein nachfragen, ob der diesjährige Schützenkönig Lust hätte, mal auf einen Menschen zu schießen, denn hier sei es zur Befreiung der Geiseln ausnahmsweise gerechtfertigt, da alle Verhandlungen mit dem Bankräuber ergebnislos verlaufen sind. Sofern Tiere erschossen werden müssen, hat dies durch staatliche Jäger / Wildhüter zu erfolgen, vom Staat angestellt, ausgebildet, und diesem zur Rechenschaft verpflichtet, wie es für Förster in staatlichen Wäldern geregelt ist.

  • Die Jagd im Ausland, z.B. auf Safari in Afrika.
    Ein deutscher Staatsbürger, der nachweislich im Ausland Tiere jagt, weil er unbedingt einmal einen Elefanten oder Büffel geschossen haben muss, tötet aus Mordlust und ist gefährlich für die Gesellschaft. Dieser Mensch braucht keine Waffe – er braucht qualifizierte psychologische Betreuung, und die Gesellschaft braucht Schutz vor ihm, bis er als geheilt gelten kann.

  • Der kommerzielle Handel mit sterblichen Überresten von Tieren.

 

Tierversuche

 

Tierversuche sind nicht mehr zeitgemäß, denn abgesehen von den Qualen für das Tier sind die dabei erzielten Ergebnisse ohnehin nicht 1:1 auf den Menschen übertragbar.

 

Ein komplexes Thema, das detailliert abzuhandeln den Rahmen dieses Programms – und auch unsere wissenschaftliche Kompetenz – sprengen würde. Wir verweisen auf die fundierte Darstellung der Organisation „Ärzte gegen Tierversuche“, im Internet zu finden unter http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/ und schließen uns dem dort Dargelegten an.

 

 

 

Delfinarien, Zoos, Zirkus, Tierkämpfe

 

Zum Glück sind Tierkämpfe zur Unterhaltung des Publikums bei uns verboten. Wann immer möglich sollte die deutsche Regierung Stierkämpfe, Hundekämpfe, Hahnenkämpfe und ähnliches im mehr oder weniger befreundeten Ausland als blutigen Anachronismus anprangern. Über Gelder der EU wird beispielsweise die Zucht von Kampfstieren in Spanien subventioniert. Deutschland ist der größte Netto-Zahler der EU – das muss uns auch Einfluss verschaffen, den wir geltend machen wollen zur Reduzierung des Leides der Tiere außerhalb unserer Grenzen.

 

Letztlich sind auch „sportliche“ Kämpfe zwischen Menschen, die auf die Verletzung des Gegners abzielen, ein Anachronismus aus der dunklen Frühgeschichte unserer Spezies und kaum vereinbar mit der Würde des Menschen. Beim Boxkampf ist dies der Fall, nicht aber bei Karatevorführungen, bei denen nicht auf einen Menschen eingeprügelt wird, sondern nur Bretter zertrümmert werden (auch wenn der Einsatz von Werkzeug – auf den unsere Spezies ja so stolz ist – besser geeignet erscheint zur Zerkleinerung von Holz).

 

Die Degradierung von Tieren als Schauobjekte in Delfinarien, Zoos und Zirkussen ist abzulehnen. In früheren Zeiten wurden sogar missgestaltete oder auffällig behinderte Menschen und andersfarbige Menschen aus fernen Ländern in Völkerschauen missbraucht und entwürdigt. Höchste Zeit zu erkennen, dass dies auch empfindungsfähigen Tieren nicht zuzumuten ist.

 

Delfine und Wale leiden ganz besonders unter der Gefangenschaft in engen Becken. Ihr Maßstab für Bewegungsfreiheit ist die Weite des Ozeans. Daher sind alle Delfinarien umgehend zu schließen. Die eingesperrten Tiere sind wenn möglich auszuwildern. Sofern sich die Tiere in Freiheit nicht mehr zurecht finden und überleben könnten, sind sie in großen abgetrennten Buchten bis an ihr natürliches Ende zu versorgen.

 

Zoologische Gärten haben sich in erster Linie an den Bedürfnissen der dort inhaftierten Tiere zu orientieren, nicht an der Schaulust der Besucher. Sofern überhaupt vertretbar, müssen solche Anlagen entsprechend groß angelegt sein, was innerhalb der Städte kaum möglich sein wird. Die Haltung von Raubtieren ist zu vermeiden, sofern sie nicht auf vegane Ernährung umgestellt werden können.

 

Es ist traurig genug, dass voraussichtlich einige Tierarten künftig nur noch in zoologischen Gärten existieren werden, da ihr Lebensraum vollständig vernichtet sein wird.

 

Wir sagen ja zum Zirkus – aber ohne Tiere!

Es muss kein Löwe durch einen brennenden Reifen springen zu unserer Unterhaltung. Wir sind vollkommen zufrieden mit dem Clown und dem Jongleur.

 

 

Reitsport, Pferderennen

 

Der Rücken eines Pferdes ist von der Evolution an sich nicht dafür ausgelegt, eine zusätzliche Last zu tragen. Natürlich macht es einen Unterschied, ob ein zierliches Mädel mit 45 kg auf dem Rücken des Pferdes das Glück dieser Erde sucht, oder ein „richtiger Kerl“ mit 120 kg (die hoffentlich durch vegane Nahrung aufgebaut wurden als Muskeln oder Reserve für schlechte Zeiten). Der Mensch, der so stolz ist auf seine technischen Erfindungen und glaubt, sich gerade dadurch vom Tierreich abzuheben, sollte sich statt auf den Rücken eines Tieres besser auf ein Fahrrad oder ein Motorrad setzen und dadurch Überlegenheit beweisen.

 

Nur etwa die Hälfte der Pferde, die für den Breiten-Reitsport geboren werden, ist auch dafür geeignet. Die nicht tauglichen Tiere werden „entsorgt“ und landen u.a. in der Lasagne, umdeklariert zu Rind, das aber auch nicht sterben will.

 

Nach ihrer Nutzungsphase in Reitställen wird nur wenigen Pferden das Gnadenbrot gegönnt. Die Mehrzahl landet beim Pferdemetzger. Auch wenn das Pferd im Laufe seines Lebens wesentlich mehr Zuwendung erfahren durfte als eine Kuh oder ein Schwein, ist dies doch ein sehr trauriges Schicksal. Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe! Wollen wir hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, unser eigenes Überalterungs- und Rentenproblem so ähnlich zu lösen!

 

Pferde sind Herdentiere und Fluchttiere. Sie fühlen sich wie Rinder nur wohl und sicher, wenn sie vor sich die freie Landschaft haben und in Gesellschaft wohl gesonnener Artgenossen sind. Die Gefangenschaft in Boxen und auf beengten Flächen ist unnatürlich und belastend.

 

Das Überspringen von hohen Hindernissen ist nicht normal – wenn möglich wird ein Pferd in freier Wildbahn immer um ein Hindernis herum laufen statt das Risiko einzugehen, dieses zu überspringen. Denn ein Beinbruch ist lebensbedrohlich für ein Fluchttier, daher wird es dieses Risiko nur eingehen, wenn keine andere Möglichkeit mehr besteht, etwa bei panischer Flucht vor Raubtieren.

Pferderennen sind zu verbieten, wie auch die Übertragung von Pferde- und Hunderennen in unseren Medien, sowie Wetten darauf. Schlimm genug, wenn der Mensch sich selbst oder Motoren quält, um völlig sinnfrei als erster an einem Ziel anzukommen, das meist auch noch identisch ist mit dem Startpunkt. Tiere sind aus jeglichem Sport heraus zu halten.

 

 

Haustiere

 

Die Gesellschaft eines Haustiers wird von den meisten von uns Menschen als Bereicherung des eigenen Lebens empfunden. Das geht in Ordnung, sofern das Tier auch etwas davon hat und seinen Bedürfnissen Rechnung getragen wird.

 

Neben den Haltungsbedingungen selbst ist auch die Ernährung des Haustieres zu hinterfragen, sofern es sich vom Ursprung her um einen Fleischfresser handelt. Sofern Fleisch gefüttert wird, ist es besser, Wild zu verwenden als das Fleisch gezüchteter Tiere. Denn die Wildtiere konnten wenigstens in Freiheit leben – der Tod kam überraschend und schnell durch ein hoffentlich gut gezieltes Geschoss.

 

Die Haltung exotischer Tiere ist abzulehnen. Bei Wildfang stirbt meist eine Vielzahl von Artgenossen, bis ein Exemplar dann lebend den Weg zu uns geschafft hat.

Besonders abzulehnen ist die Haltung von Tieren, die als Futter andere lebende Tiere benötigen.

 

Leider kaufen viele Menschen einen Hund oder eine Katze von einem Züchter, während gleichzeitig unsere Tierheime voll sind mit vierbeinigen Lebensgefährten, die dringend ein neues Zuhause suchen. Wir rufen auf, Tiere aus Tierheimen zu bevorzugen. Des Weiteren müsste über eine Quotenregelung die Nachzucht von Haustieren so lange eingeschränkt werden, bis unsere Tierheime nahezu leer sind. Insbesondere ist der Welpen-Discount aus Osteuropa zu bekämpfen.

 

Tierheime sind eine hoheitliche Aufgabe des Staates, so wie es Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, Heime und Pflegeheime sind bzw. sein sollten. Ihre Finanzierung muss durch Steuermittel garantiert sein und nicht durch Erbetteln von Spenden mehr schlecht als recht auf sehr unsicherer Basis bestehen.

 

Gnadenhöfe für Tiere, die durch Hilfe humanistisch gesinnter Menschen der Ausbeutung in der unmenschlichen Massentierhaltung entkommen konnten wie beispielsweise alte, unrentabel gewordene Milchkühe oder altersschwach gewordene Pferde sind ebenfalls durch öffentliche Haushaltsgelder zu finanzieren.

 

Sog. Qualzuchten sind gesetzlich zu verbieten. Hunde mit so kurzen Schnauzen, dass sie kaum atmen können oder Katzen ohne Haare erwecken Zweifel an der menschlichen Vernunft.

 

Die Vorverurteilung sog. Listenhunde als grundsätzlich gefährlich ist nicht haltbar. Das Risiko, das von einem Hund ausgeht, muss durch eine individuelle Wesensprüfung beurteilt werden, sofern Anlass dazu besteht.

 

Die Hundesteuer ist abzuschaffen.

 

Die Kosten für Haustiere sind bei Sozialleistungen wie Hartz-IV zu berücksichtigen. Wer seine Arbeit verloren hat und auf der sozialen Leiter abgerutscht ist, darf nicht des Geldes wegen gezwungen werden, auch noch geliebte Haustiere weg zu geben. Manchmal ist der Hund oder die Katze der letzte Halt und der letzte soziale Kontakt, der einem Menschen geblieben ist.

 

Haustiere sind in Pflege- und Altersheimen möglichst zuzulassen.

 

Herausgeber: PARTEI FÜR DIE TIERE, vertreten durch die Vorstandschaft

 

Stand: 8. Oktober 2017

 

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